Im Profil:«Für mich war klar: Das oder nichts»
«Als ich zehn war, zeigte mir eine Bekannte der Familie den Riverdance-Film. Ich war davon so fasziniert, dass mein Vater mir daraufhin einen Workshop für einen Riverdance-Tanzkurs in Luzern schenkte. Dort hat es mir den Ärmel reingezogen. Ich habe mich schnell entschlossen, dass ich das machen möchte – und habe Ballettunterricht genommen. Wir probten bis zu sechs Mal pro Woche. Das ist für einen Jungen schon happig neben der Schule. Aber eigentlich war für mich klar: Das oder nichts!»
«Ich war 15, als ich meine klassische Ballettausbildung in Mannheim angefangen habe. Von Bern wegzugehen, war nicht besonders schwierig für mich, denn ich wusste, seit ich 12 war, dass ich das unbedingt machen wollte. Als mein Vater, der mich nach Mannheim gefahren hatte, mit dem Auto wegfuhr, dachte ich: Yes – und jetzt gehts los!»
«Fürs Tanzen hast du eine gewisse Veranlagung oder du hast sie weniger. Ich habe für mich selber gemerkt, dass ich mich mit Tanzen am besten ausdrücken kann. Vor Auftritten bleibe ich relativ ruhig. Erst, wenn die Lichter im Saal ausgehen, werde ich nervös. Sobald ich aber den ersten Schritt gemacht habe, geht es wie von selbst. Das Gefühl auf der Bühne ist unbeschreiblich – es ist schwierig, das treffend auszudrücken, aber du bist wie in einer zweiten Realität.»
«Dass der Beruf des Tänzers altersbeschränkt ist, sagt man dir schon von klein auf. Das Höchstalter liegt zwischen 35 und 40. Danach stellt sich die Frage: Bleibst du beim Tanzen und wirst beispielsweise Tanzlehrer oder Choreograf oder machst du etwas ganz anders? Es gibt viele Sachen in beide Richtungen, die mich interessieren würden. Ich lasse es einfach passieren. Klar ist für mich, dass ich irgendeinmal noch studieren möchte.»
«Es ist schon eine Spur mehr Aufregung da, wenn ich in Bern auftrete. Denn ich weiss, dass sehr viele Leute im Publikum sind, die ich kenne. Wir sechs Tänzer, die im Theaterprojekt ‹Bern Retour› tanzen, sind aus einem gewissen Grund von Bern weggegangen. Es ist einfach schwieriger hier als im Ausland. Die Erleichterung nach der Premiere wird gross sein. Denn ich glaube, es war für uns alle ein grosser Wunsch, auch hier einmal zeigen zu können, was wir gemacht haben.» (Der Bund)
cedric huss
